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Ein Stück Poesie

Hierauf bin ich letzte Woche gestoßen - Asche auf mein Haupt, ich hatte eigentlich viele Anstöße zum Schreiben, bin aber nicht dazu gekommen - und möchte es jetzt teilen. Außerdem erinnert die Stimmung mich an jemandes Posts

Habe zwar bei der Interpretation ziemlichen Mist geschrieben, aber ich bin immer noch der Meinung, dass das genauso gut ein melancholisches Jugenstil-Gedicht sein könnte. Man bemerke die kleinen sprachlichen Mosaiksteinchen, die sich zum Gesamtbild zusammensetzen.

Und wer jetzt sagt, hey! Das ist eindeutig Expressionismus. - Dem kann ich nur sagen: Ich bin ein kleines Schäfchen, das in manchen Dingen einfach nicht über den Horizont seines Schäfers hinausblicken kann. Und in dieser Sache auch nicht will, weil es auch mal seinen Kopf durchsetzen möchte - in einer kleinen Nebensache, in der man ihm das doch mal gönnen kann. Oder nicht?

 

Georg Trakl: Verfall

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,

Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,

Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,

Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

 

Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten

Träum ich nach ihren helleren Geschicken

Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.

So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

 

Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.

Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.

Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,

 

Indes wie blasser Kinder Todesreigen

Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,

Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.

31.10.12 21:56
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andreas / Website (1.11.12 06:44)
Wunderschön ist das Gedicht, Ich liebe die Bilder. Und ich verstehe viel zu wenig von diesen Stilrichtungen um es irgendwie einordnen zu können; es ist vermutlich auch eher belanglos; was zählt ist dass es schön ist, und berührt. Es ist fast wie dieses hier, an das ich dabei sofort gedacht habe. Ich liebe es sehr. Ob du es auch magst?

Carl Zuckmayer

Elegie von Abschied und Wiederkehr

Ich weiß, ich werde alles wiedersehn.
Und es wird alles ganz verwandelt sein,
ich werde durch erloschne Städte gehn,
darin kein Stein mehr auf dem andern Stein -
und selbst noch wo die alten Steine stehen,
sind es nicht mehr die altvertrauten Gassen -
Ich weiß, ich werde alles wiedersehen
und nichts mehr finden, was ich einst verlassen.

Der breite Strom wird noch zum Abend gleiten.
Auch wird der Wind noch durch die Weiden gehn,
die unberührt in sinkenden Gezeiten
die stumme Totenwacht am Ufer stehn.
Ein Schatten wird an unsrer Seite schreiten
und tiefste Nacht um unsre Schläfen wehn -
Dann mag erschauernd in den Morgen reiten,
der lebend schon sein eignes Grab gesehn.

Ich weiß, ich werde zögernd wiederkehren,
wenn kein Verlangen mehr die Schritte treibt.
Entseelt ist unsres Herzens Heimbegehren,
und was wir brennend suchten, liegt entleibt.
Leid wird zu Flammen, die sich selbst verzehren,
und nur ein kühler Flug von Asche bleibt -
Bis die Erinnrung über dunklen Meeren
ihr ewig Zeichen in den Himmel schreibt.

Liebe Grüße!


ich selbst (3.11.12 18:18)
Es ist traurig, aber schön. Und voll von diesen Bildern, bei denen man über jedes einzelne nachdenken kann. Ich mag es definitiv, danke!

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