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Fernweh

Wenn ich bei dir bin, werde ich normal. Zu normal. Ich sehe zu, Feierabend zu haben, um bei dir zu sein. Wenn ich dort bin, ist es mir egal, was wir tun - und wir enden damit, wieder nur Filme zu schauen. Das ist nicht das Besondere, was ich mir mit dir erträumt hatte - auf Dächer zu steigen, in die Nacht zu schauen, auf der Ladefläche eines PickUps unser Lager aufzuschlagen und uns dort einzukuscheln. Nein, auf das Bahnhofsdach konntest du nicht mit mir, weil der Wärter wieder da war, der die Leiter dort hinauf sehen kann. Auf das Gerüst wolltest du nicht mit mir, weil Leute uns hätten sehen können. Weil du nicht der Typ bist, der sich in der Öffentlichkeit nonkonform benimmt. Aber der, der sich in Ballsälen nonkonform benimmt - du willst nicht mit mir tanzen, aber ich liebe das Tanzen doch so sehr. Bist du dir bewusst, als du sagtest, du hättest kein Problem damit, wenn ich Tanzkurse mit P. belege, wie viele Tanzpaare irgendwann eine engere Bindung entwickeln? Nicht dass ich das will, aber du bist der beste Beweis dafür, dass ich meine Gefühle ebensowenig beherrschen kann wie den Lauf des Windes. Trotzdem möchte ich um der Bewegung zur Musik Willen diesen Schritt tun. Ich möchte doch nur mit dir tanzen!

Ebenso wie ich so gern mit dir eine Motorradtour machen möchte. Nur du, meine Süße und ich. Irgendwohin fahren, wohin uns ihre Räder tragen. Eine Woche lang oder mehr, ohne jeden Plan. Aber im Sommer haben wir das Auto genommen, weil meine Eltern Sorgen angemeldet haben. Seitdem sind wir nicht dazu gekommen, weil ich erschöpft von der Arbeit zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Und jetzt am Wochenende möchte ich, dass du mitkommst, weil du es willst, und nicht weil du weißt, dass es mir ja so viel bedeutet.

Ich möchte frei sein, ich muss frei sein, herumreisen, wie der Australier, den ich im Zug kennengelernt habe, neue Leute kennenlernen, Chancen ergreifen und daran wachsen. Natürlich ist die Sicherheit, in der ich lebe, sehr komfortabel.. und vielleicht wünsche ich mir auch keinen krassen Bruch, sondern dass einfach auch einmal von dir die Initiative kommt. Was wir machen wollen, wo wir hingehen könnten, schöne Ideen ausspinnen und umsetzen. Ich hatte gedacht, es würde sich so entwickeln, ich dachte, du wärst so anders und in dich gekehrt, aber kreativ, voller Lebenslust, alternativ, vielseitig. Was ich sehe, ist jemand, der apathisch in seiner vielen Freizeit versinkt und den Alltag als Alltag, statt als viele kleine Juwelen lebt, von denen jedes einzigartig und voller atemberaubender Himmel oder Regentropfen am Fenster ist. Oder voller Stunden vor der Kamera, vorm Kleiderschrank und Spiegel, auf dem Parkett der Tanzschule. Zumindest sehen so meine kleinen Juwelen aus. Was bewegt dich? Langweilst du dich so nicht? Ist da nicht dieser Hunger nach mehr, der mir so viele melancholische Zeiten bereitet, wenn ich eine günstige Stunde nicht nutzen konnte? Du redest so selten über dich. Du machst so viele kleine Dinge für mich, die mir auch wirklich helfen - aber wenn ich diese alle selbst machen und dafür eine Initiative von dir eintauschen könnte, würde ich es sofort tun. Bitte blüh wieder auf, wenn das alles vorbei ist - in drei Tagen hast du es geschafft. So kann es nicht bleiben. Und irgendwann muss ich dir noch sagen - wobei ich schaffen muss, dass du dich nicht unter Druck gesetzt fühlst - dass die Aussage "Selbst wenn ich zum Herbstball mitkäme, würde ich nicht mit dir tanzen" mir das Herz zerreißt.

10.10.14 20:41
 


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