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Abwesend

Irgendwie... fühle ich kaum. Das merkt man nur in Filmen oder beim Lesen von Büchern. Die Gefühle, die dort vorkommen, übertragen sich auf mich, hallen in mir wider und bestimmen manchmal meinen ganzen Tag. Doch wenn ich, wie im Moment, kein Buch lese, dann ist da im Alltag kaum etwas. Ich spüre nie etwas von der Gefühlstiefe, die ich für die fiktiven Gefühle anderer oder für die Menschen um mich herum aufbringen kann. Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, lasse ich mich schnell mitreißen. Doch von alleine ist es, als ob ich mich zwingen müsste, Freude zu verspüren. Mich zu entspannen. Mich zu öffnen. Natürlich kann ich traurig sein, enttäuscht, wütend, aber da ist immer diese Grundruhe, dieses Gefühl, dass all dies nur oberflächlich und vergänglich ist. Ich bin mir sicher, wenn ich einen Fehler machen würde, würde ich diesen Verlust auch tief sitzend fühlen. Was ist aber mit dem Rest? Wo ist er? Ich kann mich nicht erinnern, ob ich schon immer so seltsam entfernt und rational war. In Träumen ist es auch nicht so. Unterdrücke ich diese Dinge unterbewusst? Aber wieso? Ist diese seltsame deprimierende Schwere, die ich so lange hatte und nur langsam losgeworden bin, der Grund? An die Zeit davor kann ich mich nicht besonders deutlich erinnern, was meine Empfindungen betrifft - das macht Sinn, damals habe ich darauf auch nicht geachtet. Eigentlich dachte ich auch, dass ich diese Schwere losgeworden sei. Ich bin daran gewachsen und habe mich verändert.

Jetzt komme ich mir vor wie ein bloßer Spiegel für Gefühle um mich herum. Meine eigenen kann ich entweder nicht davon unterscheiden oder ich projiziere sie nur dort hinein; diese Vermutung rührt aus der Tatsache, dass mich solche Filme oder Bücher immer sehr stark zum Nachdenken über meine eigene Situation bringen, vor allem die gefühlsmäßige. Das ist seltsam. Wie komme ich an meine Gefühle heran? Oder habe ich im Alltag einfach nichts, das mich genug berührt? Das kann doch eigentlich nicht sein.

 

P.S.: Ich habe letztens meinen Blog (die älteren Sachen) noch einmal angeschaut und schlage die Hände über dem Kopf zusammen. Das ist furchtbar peinlich und pubertär. Damals schien es wichtig zu sein. Was ich jetzt schreibe, ist jetzt wichtig. Schon irgendwie seltsam, so ein Perspektivwechsel.

8.12.15 23:17
 


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