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Divenire

Es ist Zeit, das alles zu verarbeiten und nicht nur ständig davor wegzulaufen. Vor Menschen und Bindungen wegzulaufen. Ein Spruch auf so einem schönen Foto ging mal: If you run, make sure you always run towards something. Never away.

Also, alles begann, als sich plötzlich meine Schulfreundinnen ohne mich trafen. Ich sah das auf Facebook oder hörte es von ihnen selbst. Wie auch immer. Das geschah immer häufiger, in den Pausen wurde ich auch ausgeschlossen, wie Ausschließen halt funktioniert, und natürlich ging es mir furchtbar. Erst sagte ich nichts und hoffte, es würde sich geben. Dann fragte ich nach und bekam keine Antworten. Bis irgendwann eine der Mädchen damit herausrückte... Ich sollte gesagt haben, meine Freunde seien unter meinem Niveau. Das war ein harter Schlag. Man muss sich vorstellen, ich war immer Klassenbeste, aber meinen Freunden war ich sehr verbunden. Ich bin in Freundschaften loyal über die Grenzen einiger anderer Menschen hinaus. So etwas hätte ich nie gesagt und ich konnte mir nicht vorstellen, wo das herkommen sollte. Also begann ich Nachforschungen anzustellen und versuchte parallel, jede einzeln zu fragen, ob sie denn das Gerücht glaube und sie zu versuchen zu überzeugen, dass ich so etwas niemals sagen würde. Dass sie das doch wissen müssten.  Von wem das Gerücht stammte - denn irgendjemand musste es mit böser Absicht in die Welt gesetzt haben - habe ich nie sicher herausgefunden.  Von einer Person denke ich, dass sie es wahrscheinlich gewesen ist, und ich verabscheue sie immer noch dafür. Die Formulierung mit dem Niveau, so fand ich heraus, entsprang einer Konversation mit irgendjemandem über einen Mädelsabend, bei dem eine Freundin anwesend sein sollte, von der ich mir eine engere Freundschaft erhofft hatte, die sich aber irgendwie nicht zeigte, sodass ich etwas der Art "Dieses Niveau ist mir zu wenig, da braucht sie auch nicht zum Mädelsabend kommen" o.Ä. geschrieben hatte. Und irgendwer begann das zu nutzen, um mich zu Kanonenfutter zu machen.

Die folgenden Monate (das zweite Halbjahr Abi) waren grausam und wo alle anderen Spaß haben, habe ich die ganze Zeit versucht, mit den Freunden, die mich nicht mehr haben wollten, Schritt zu halten. Was natürlich nicht gelang. Die Abifahrt war ein einziges Mithängen - aber - sich - nicht - eingeschlossen - Fühlen. In der Schule hatte ich niemanden so richtig und schlug mich so durch, dass ich meine Pausen nicht allein verbringen musste. Es war ja nicht so, dass ich nicht bei ihnen stehen konnte, oder Ähnliches. Aber ich war eben außen vor und das ließen sie mich spüren. Ich verfolgte in den sozialen Netzwerken die Aktivitäten des Freundeskreises. Ohne mich. Irgendwann war ich mit meinem damaligen Freund bei Mcns und traf die ganze Gruppe. Als ich fragte "Warum habt ihr mir nicht Bescheid gesagt?" kam nur "war spontan." Dass dem nicht so war, war allein schon wegen weiter weg wohnender anwesender Freunde klar. Aber ich wusste nicht, was ich weiter erwidern sollte.

Also vegetierte ich vor mich hin, war tieftraurig und sozial (abgesehen von dem Freundeskreis meines Freundes und meinem Freundeskreis außerhalb der Schule, der aber nicht gerade gefestigt war) isoliert. Zumindest fühlte es sich so an. Eine ehemalige Freundin, mit der ich im Streit auseinander gegangen war, schloss sich nach und nach der Gruppe an und schlug natürlich in jede Kerbe, die sie finden konnte. Was mich besonders fertig machte, das hat sich bis heute nicht geändert, ist, dass sie so vollkommen überzeugt davon ist, dass ich ein schlechter Mensch bin. Falsch. Manipulativ. Eine Schlange. So etwas kann ich nicht einmal, wenn ich es wollte. Menschen sind für mich absolut undurchsichtig, wie soll ich da zielführend Einfluss auf sie nehmen? Sie glaubte jedoch daran und ließ es nicht daran mangeln, mir mitzuteilen, dass mich niemand im Bikini sehen wolle. (Obwohl ich eine recht normale Figur habe.) Und weitere verletzende Dinge, die ich nicht mehr im Wortlaut weiß. Warum sie das schrieb - um jene Person, die ich als Urheber verdächtig(t)e, zu unterstützen, als sie mich mit etwas, das ich bezüglich dieses Verdachts über sie gesagt hatte, konfrontierte und wir uns, unreif wie wir waren, deshalb stritten. Ich mag es auch nicht besonders, mit "Fräulein" angesprochen zu werden. Oder von deutlich weniger intellektuellen Leuten von oben herab behandelt zu werden. Jene Person ist Teil des Freundeskreises und sagte mir ebenfalls, wie ich mich verändert hätte, wie arrogant und überheblich ich sei. Bei einem Treffen mit einer anderen Freundin aus dem Kreis und ihrer festen Freundin, die ich da neu kennenlernte, hoffte ich auf eine Versöhnung mit jener Freundin. Ihrer Freundin erzählte ich die Geschichte aus meiner Sicht (in Ansätzen) und fragte, ob sie mich arrogant finde. Sie sagte ja. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Später stellte sich heraus, dass sie bereits mit der Urheber-Person bekannt und angefreundet war und natürlich alles, was ich gesagt hatte, weiterleitete.

Tja, was soll man sagen, es wurde nicht besser. In der Schule musste ich sie ständig sehen. Mit manchen lernte ich zusammen, aber das wundert mich nicht, denn ich konnte eigentlich bei allem helfen und mit dem Bedürfnis, alles wieder gut zu machen und wieder dazuzugehören, tat ich das natürlich auch. Irgendwann kamen an einem Abend zwei bis drei beleidigende SMS von einer mir unbekannten Nummer, die Sprüche enthielten, die nur der Freundeskreis kennen konnte.

Zum Abitanz für den letzten Schultag Entwerfen war ich ja auch eigentlich mit der Urheber-Person verabredet, wir wollten das gemeinsam machen, da  wir beide die einzigen mit Gruppentanz-Erfahrung waren. Sie sagte mir ab und machte es hinter meinem Rücken mit einer anderen Freundin aus dem Kreis. Auf mehrmaliges Nachfragen kam: "Du wolltest doch nur die Lorbeeren einheimsen." Es steht außer Frage, dass das wieder ein schwerer Schlag ins Gesicht war.

Mehr fällt mir zum Ablauf gerade nicht ein. Ich erinnere mich vor allem daran, wie ich mich in dem Versuch, meine Freunde zurückzugewinnen, aufgerieben habe und jeden Strohhalm griff, der sich bot. Ich war verzweifelt. Niemand wollte mich und ich konnte nichts dagegen tun. Diese Angst trage ich noch 3 Jahre danach mit mir herum. Direkt nach dem Abitur war ich ja weggezogen, aber das hielt mich nicht davon ab, in ein Loch zu fallen, das ich zögerlich als leichte Depression beschreiben würde. Aus dem bin ich heraus. Aber jedes Mal, wenn ich an damals denke, fange ich an zu weinen. Da kann man mir noch so oft sagen, dass Freunde, die mich nicht gut genug kennen, um zu wissen, dass das nicht von mir stammen konnte, keine echten Freunde waren. Ich habe solche Angst. Dass mir das wieder passieren kann. Dass niemand mich will. Dass ich einfach scheiße bin und das berechtigt war. Ich weiß nicht, wer ich bin oder was mich ausmacht. Woher auch? Seit dieser Begebenheit schwimme ich irgendwie herum und fürchte Gruppen nur. Ich kann kein Teil von ihnen sein, weil ich bei jedem leisesten Bisschen das Gefühl habe, ausgeschlossen zu werden. Ich bin furchtbar eifersüchtig, wenn Dinge ohne mich unternommen werden. Das ist doch nicht normal. Mir fehlt einfach die Selbstsicherheit... Jobtechnisch betrachtet und was das Studium etc. betrifft, habe ich mit dem Selbstwertgefühl gar keine Probleme. Ich weiß, was ich kann und was nicht. Aber sozial frage ich mich jedes Mal, warum Leute mich überhaupt mögen sollten. Und die Angst, dass sie es einfach nicht tun, geht nicht weg, frisst sich in mich hinein und lässt mich komisch reagieren, wenn ich mich in die Enge getrieben fühle. Normal entspannt mit Gruppen zu agieren funktioniert einfach nicht. Beziehungsweise schon, aber nur, wenn die Leute mir egal sind. Dann binde ich mich ja aber nicht an die Gruppe und bin Teil davon, so wie ich es gerne hätte. Ich würde einfach gern irgendwo dazugehören. Aber die Geschichte erzählen kann man auch nicht, weil es die Leute abschreckt. Dann wird man gesehen wie ein Sozialschnorrer. Aber ich will ja gemocht werden, für das was ich bin. Nur was bin ich? Ein Klumpen Ängste und Unsicherheiten, aktuell. Drumherum keine Ahnung. Irgendwas muss da ja sein, auch wenn die Angst mich am meisten beschäftigt. Ich muss anfangen, diese Geschichte wirklich zu verarbeiten und mich zu finden.

Niemand will mich. Niemand kann mich wollen.

Solange diese Überzeugung  nicht aus meinem Kopf verschwindet, kann aus dem allen nichts werden.

26.5.16 23:34
 


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